Gelebte Fehlerkultur. 
wir müssen reden.

Die besten Fehler sind die, die gar nicht erst passieren. Die zweitbesten die, aus denen man lernt. Deshalb steckt Bockermann Fritze nicht nur viel Energie in die Fehlervermeidung, sondern auch in die Fehlerkultur innerhalb des Unternehmens.

Autorin: Stefanie Gomoll



















Foto: © fotodesignfreitag
 

„Wir haben es in allen drei Gesellschaften der Unternehmensgruppe häufig mit Projekten zu tun, die Prototypen sind. Egal ob es um neue Infrastruktur, eine große Logistikimmobilie oder ein Wohnungsbauprojekt geht, wir betreten oft Neuland. Es gibt kein Rezeptbuch, in dem steht, wie man den Jahnplatz plant“, sagt Dipl.-Ing. Ralf Fritze. Das bedeutet: Die Aufgaben werden immer komplexer und komplizierter. Sich auf die sogenannte VUCA-World einzustellen – das Akronym steht für „volatility“ („Volatilität), „uncertainty“ („Unsicherheit“), „complexity“ („Komplexität“) und „ambiguity“ („Mehrdeutigkeit“) –, ist eine echte Herausforderung. „Das setzt im Mindset der Mitarbeitenden etwas anderes voraus als früher, wo man Projekte noch eher nach einem vorgegebenen Schema angehen konnte“, unterstreicht Ralf Fritze. Fehlervermeidung allein, etwa durch Checklisten und das Vieraugenprinzip, reicht nicht aus. „Wenn alle nur das machen, was in der Vergangenheit funktioniert hat, können wir uns nicht weiterentwickeln. Wir können uns nicht bewegen, wenn die Mitarbeitenden sich nicht trauen, etwas Neues auszuprobieren. Wir müssen aktiv und positiv damit umgehen, dass im Laufe einer Entwicklung Fehler passieren können“, unterstreicht der Dipl.-Ing. Deshalb ist dem Mitglied der Geschäftsführung die Fehlerkultur bei Bockermann Fritze ein ebenso großes Anliegen wie die Fehlervermeidung.

„Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn hat man sich noch stärker ausschließlich im Regelwerk bewegt“, erklärt Ralf Fritze. „Aber heute gehört es dazu, bei der Suche nach Lösungen auch nicht festgelegte Wege einzuschlagen. Dann kommt es auf die Reaktion an: Wie ist der Umgang damit, wenn etwas nicht funktioniert? Wir möchten eine Fehlerkultur, in der man offen damit umgeht, und es ist unsere Aufgabe das vorzuleben.“ Die Qualitätsmanagement- Beauftragte Simone Albrecht ergänzt: „Für die Mitarbeitenden ist es wichtig, dass sie Fehler melden können. Wir leben ihnen vor, dass man darüber reden kann. Es geht nicht um Schuldzuweisungen und niemand wird an den Pranger gestellt.“ Gerade junge oder neue Mitarbeitende aus anderen Unternehmen ermutigt sie immer wieder, bei Unsicherheiten rechtzeitig nachzufragen, Fehler nicht zu verschweigen, sondern sich Unterstützung bei Vorgesetzten zu holen. „Aus vielen Fehlern haben wir gelernt“, diese Devise gilt im gesamten Unternehmen. „Ein schlechter Fehler ist einer, den man unter den Teppich kehrt, statt etwas daraus zu lernen“, erläutert Ralf Fritze. „Wenn Fehler passieren, hilft es nicht, Mitarbeitende zur Schnecke zu machen. Wenn sie zukünftig vor Angst erstarrt sind, bringt das keinen weiter. Besser ist es, das Gespräch zu suchen, die Frage zu stellen: Was können wir tun, um so eine Situation in Zukunft zu verhindern?“ Natürlich weiß der Geschäftsführer, dass es im hektischen Alltagsgeschäft eine Herausforderung ist, sich genug Zeit dafür zu nehmen. „Aber ich glaube fest, dass die Fehlerkultur für unser Haus ein Erfolgsfaktor ist. Das liegt in der DNA unseres Unternehmens. Menschen sind nur kreativ, wenn sie angstfrei ihre Arbeit machen können.“