Natürlich läuft nicht alles rund am Bau. Fehler gehören auch auf Baustellen dazu. Auch Bauingenieur Lutz Striehn kann davon berichten. Der ganz normale Arbeitsalltag des Bauleiters besteht darin zu gewährleisten, dass alle Arbeitsschritte beim Hausbau perfekt ineinandergreifen. Und das kann nervenaufreibend sein.
Autorin: Stefanie Gomoll

In diese Verantwortung wächst man rein“, lacht Lutz Striehn, der seit über 20 Jahren als Bauleiter bei Bockermann Fritze tätig ist. „Als ich nach dem Studium anfing, hatte ich manchmal schlaflose Nächte. Heute weiß ich, wo Fehlerpotenzial lauert und wo ich intensiver hinschauen muss, das ist einfach Berufserfahrung.“ Wenn der Bauingenieur ein Objekt übergeben bekommt, liegt es in seiner Obhut, das Projekt pünktlich und richtig umzusetzen. „Ich muss im Blick haben, dass die jeweiligen Gewerke ihre Arbeit in der passenden Zeit und erforderlichen Qualität ausführen.“ Dabei ist jedes Bauvorhaben ein Unikat und es gibt viele am Bau Beteiligte. Da liegt es auf der Hand, dass sich ab und an Fehler einschleichen können. Das beginnt in der Planung und zieht sich auf der Baustelle durch. Deshalb ist der Bauleiter froh, dass Bockermann Fritze überwiegend mit regionalen Firmen zusammenarbeitet – und das bereits seit vielen Jahren. „Wir haben Vertrauen in deren Qualität, sind gut eingespielt und jeder weiß, was er zu tun hat. Wir müssen nicht jedes Detail immer wieder neu klären. Das wäre bei wechselnden Unternehmen anders.“ Er ergänzt: „Der Vorteil einer Bauträgergesellschaft mit langjährigen Partnern ist, dass wir wissen, wo wir uns gegenseitig unterstützen oder verstärkt auf die Bauausführung achten müssen.“ Klar, er kann nicht jede Schraube noch mal umdrehen, aber wo nötig schaut Lutz Striehn den Handwerkern auf die Finger: „Von Fehlern hat schließlich niemand etwas, die Firmen nicht und die Hausbauer schon gar nicht. Und wir sind dafür da, dass wir ein fehlerfreies Haus übergeben.“
Für die Bauleitung gibt es aber noch eine weitere Herausforderung: „Häufig hakt es zuletzt an den Abläufen auf der Baustelle. Das war früher nicht so.“ Klingt zunächst wie eine Kleinigkeit. Doch wenn ein Gewerk nicht rechtzeitig fertig ist, während das nächste bereits in den Startlöchern steht, gerät die gesamte sorgsame Terminplanung durcheinander. „Das Bauen an sich ist in der Regel nicht so schwierig“, unterstreicht Lutz Striehn, „dass alle Zahnräder perfekt ineinandergreifen dagegen schon. Diese Probleme liegen am Bauboom, an den vollen Auftragsbüchern der Handwerker und am fehlenden Nachwuchs.“ Manchmal zudem an einer ganz neuen Thematik: „Auch die Verknappung von Baumaterialien, etwa Holz und Kunststoffen, kann zu Lieferengpässen und Terminverschiebungen führen. Das ist ein relativ neues Phänomen, das begegnet uns seit einem halben Jahr.“ Und auch hier profitiert BFD von langjährigen Partnern. „Wir lassen uns nicht im Stich und sorgen trotz der aktuellen Lage dafür, dass vereinbarte Fertigstellungstermine eingehalten werden.“
Für den Bauleiter sind während der Bauphase die Kommunikation und der Umgang mit allen Beteiligten entscheidend. „Für die Bauherren sind bestimmte Abläufe während der Bauphase schwer einzuschätzen. Wir wissen aber aus Erfahrung, dass am Ende alles gut wird. Diese Erfahrung versuchen wir über die gesamte Bauzeit zu vermitteln.“ Selbst wenn bei einem Bauvorhaben einmal nicht alles rundläuft, bei der Schlüsselübergabe blicken Bauherr und Bauleiter auf eine spannende Zeit zurück und freuen sich gemeinsam über das neue DesignHaus.
Manchmal passieren auch sie, die folgenreichen Fehler. „Bei manchen Dingen weiß man, dass sie theoretisch möglich sind, praktisch kann man sich das aber nicht vorstellen“, erinnert sich der Bauingenieur an seinen spektakulärsten Fall. In einem Baugebiet in Spenge erlebte er, dass Beton nicht nur theoretisch schwimmen kann. Durch Starkregen, eine ausgefallene Pumpe und das unglückliche Zusammentreffen weiterer Ereignisse lief eine Baugrube so voll, dass der bereits fertiggestellte Keller sich anhob, wie ein Schiff schwamm und sich an anderer Stelle wieder setzte. „Das war sehr speziell“, sagt der Bauleiter mit ostwestfälischem Understatement. Eher in die Rubrik "tragisch" fällt ein anderer Fall. „Ein Bauherr hat seine Holzstufen selber geölt. Den Lappen mit dem Öl hat er am Abend zusammengeknuddelt in die Ecke gelegt. Dadurch hat sich Eigenwärme entwickelt, die einen Schwelbrand ausgelöst hat. Eine Woche vor der Übergabe des Hauses war so eine aufwändige Komplettsanierung fällig, um Ruß und Brandgeruch zu beseitigen. Zum Glück habe ich so etwas nur einmal erlebt“, unterstreicht Lutz Striehn. „Das brauche ich auch nicht wieder.“ In beiden Fällen haben alle Beteiligten an einem Strang gezogen und dafür gesorgt, dass auch diese Fehler behoben werden konnten und am Ende alles gut wurde.