Eigentlich möchten sie gar nicht über Fehler sprechen. Schließlich ist es ja gerade ihre Aufgabe, Menschen, die mit BF bauen möchten, vor Fehlern zu bewahren. Karin Timm-Klüter, Dipl.-Ing. Innenarchitektin, Prokuristin, Leiterin Architektur, und ihre Kollegin Lissa Müller, B.A. Architektin, nehmen sich für die Beratung der Bauwilligen viel Zeit, damit bei der Planung von Ein- und Mehrfamilienhäusern alles glatt-läuft. Im Umkehrschluss bedeutet das: Der größte Fehler, den die Bauinteressierten begehen können, wäre es, sich nicht individuell beraten zu lassen. „Oder sich an einen Partner zu binden, dem man nicht vertraut“, ergänzt Karin Timm-Klüter. „Das Bauchgefühl muss auf beiden Seiten stimmen.“
Autorin: Stefanie Gomoll
Vom allerersten Kennenlernen über die Klärung aller relevanten Fragen bis zum Vertragsabschluss und schließlich der Übergabe des Hauses sollten sich beide Parteien genug Zeit nehmen. „Fehler können nicht nur bei der Planung, sondern auch im Hinblick auf Durchführung, Ausstattung und Kosten passieren“, weiß die Leiterin Architektur. „Vor Vertragsabschluss legen wir großen Wert darauf, alle Punkte zu klären, denn danach wird es schwieriger. Oft sagen wir von uns aus: Wir haben noch Fragen, obwohl die Kunden und Kundinnen glauben, sie hätten keine“, lacht Karin Timm-Klüter.
Mit nur einem beratenden Gespräch ist es daher keinesfalls getan. Schließlich betreten die meisten Bauwilligen mit dem Hausbau Neuland. Sie stehen unter einem hohen Entscheidungs- und manchmal auch Zeitdruck, ohne auf Erfahrungswerte zurückgreifen zu können. Von ganz großen Fragen – welcher Haustyp, wie viel Wohnfläche, welche energetische Ausstattung – bis zu Details wie Raumaufteilung, Laufwege und in welche Richtung sich Türen und Fenster öffnen lassen.
Als ihre Aufgabe sehen es die beiden Architektinnen daher an, genau hinzuhören und vielleicht auch mal Vorstellungen zu hinterfragen, um herauszufinden, was wirklich wichtig und richtig ist. Oft beginnt das schon mit der Frage, ob der gewünschte Haustyp überhaupt auf dem Grundstück realisierbar ist. „Momentan sind zweigeschossige Stadtvillen sehr gefragt, aber es gibt Bebauungspläne, die nur eingeschossiges Bauen zulassen“, nennt Karin Timm-Klüter ein Beispiel. „Bei so etwas ist die Enttäuschung natürlich größer, als wenn nur Kleinigkeiten verändert werden müssen“, weiß ihre Kollegin. Beide haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass sich durch gezieltes Nachfragen zeigen kann, dass der Haustyp ohnehin nicht wirklich zu den Ansprüchen gepasst hätte.
Anders als die Auftraggebenden bewegen sich die beiden auf vertrautem Terrain. Sie kennen typische Stolperfallen. „Oft sagen uns die Menschen, für die wir planen, hinterher: ‚Gut, dass wir auf ihren Rat gehört haben‘“, verrät die Innenarchitektin. Solche Rückmeldungen freuen sie besonders, schließlich ist die Fehlervermeidung ihr Job. Meistens gelingt es in den Gesprächen rechtzeitig die Notbremse zu ziehen. Typische Beispiele aus der Praxis sind etwa, dass die Bauwilligen keine Vorstellung davon haben, wie groß ein Haus sein muss, um die eigenen Ansprüche umzusetzen. Oder wie unpraktisch es ist, wenn Schlafzimmer und Dusche nicht auf einer Etage liegen. „Das sind Aspekte, die wir aus eigener Erfahrung kennen. Wir wissen, was wirklich praktikabel ist und welche Raumaufteilung sich bewährt hat“, sagt Lissa Müller. Oft begegnen ihr auch Interessierte, die vorher zur Miete gewohnt und ihren Balkon sehr geschätzt haben. „Aber brauchen sie den bei einem eigenen Grundstück wirklich oder sitzen sie nicht eher auf der Terrasse?“

Wirklich gut und vorausschauend zu planen, ist wichtig und richtig. Andererseits rät Karin Timm-Klüter auch hier zu Augenmaß: „Gerade junge Leute möchten ein Haus bauen, das sie auf lange Sicht auch im Alter nutzen können. Einerseits ist das gut, aber wir raten dazu, auf die nächsten 15-20 Jahre zu schauen und den Fokus lieber auf die aktuelle Lebenssituation zu legen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, sich Optionen offen zu halten. Bei der energetischen Ausstattung etwa kann vorausschauendes Planen von Vorteil sein: Eine Fußbodenheizung statt Heizkörper lässt sich viel einfacher von Gas auf andere Techniken umrüsten.“
Viele Entscheidungen also, viele potenzielle Fehlerquellen und ein Resümee: „Es gibt keinen Fahrplan, wie solche Gespräche laufen“, sagt Karin Timm-Klüter, „aber wir bieten immer eine ehrliche und authentische Beratung.“