Drei Generationen, drei Standorte.

Es bewegt sich viel bei Bockermann Fritze plan4buildING. Dass heute schon vorausschauend für morgen und übermorgen geplant wird, macht sich nach außen durch zwei Niederlassungen bemerkbar. Die dynamische Entwicklung kommt jedoch von innen. Durch das generationsübergreifende Zusammenspiel zwischen erfahrenen und jungen KollegInnen entstehen immer wieder neue Impulse und Ideen. Im Gespräch: Dipl.-Ing. Martin Pollpeter, Geschäftsführer und Gesellschafter der Bockermann Fritze plan4buildING GmbH, und B. Eng. Marco Nesemeier, Prokurist und Verantwortlicher für die Grundstücksvermittlung und Projektsteuerung, vom Stammsitz Enger, sowie M. Eng. Jonas Struck, Kompetenzteamleiter und Verantwortlicher für die Niederlassung in München und Kompetenzleiter Dipl.-Ing. Andreas Kirchner, verantwortlich für die Niederlassung in Frankfurt am Main.

Autorin: Corinna Bokermann

Gemeinsam stark.

Was hat sich alles bei BF plan4buildING getan?

Martin Pollpeter: 2007 haben wir mit Außenanlagenplanung begonnen. Sieben Jahre später folgte die Weiterentwicklung des Portfolios zum Generalplaner. 2017 wurde dann das gesamte Geschäft in die neu gegründete Bockermann Fritze plan4build- ING ausgelagert. Heute bündeln wir alle Kompetenzen der für die Bauvorhaben relevanten Fachbereiche und planen und begleiten den gesamten Projektzyklus für Gewerbe- oder Logistikimmobilien – inklusive Standortentwicklung. Unser Themenfeld ist gewachsen und hat sich über die Jahre entwickelt. Exemplarisch dafür stehen unsere Niederlassungen: in München und – ganz neu hinzugekommen – in Frankfurt/Main.

Was zeichnet die Niederlassungen aus?

Jonas Struck: Mit unserer Niederlassung in München sind wir im Mai 2019 an den Start gegangen. Wir werden also bald drei Jahre alt. Es war mein Wunsch, nach München gehen zu können und den Standort aufzubauen. Es ist nicht nur ein attraktiver Standort, sondern auch ein ebensolcher Arbeitsmarkt. Es gibt viel Logistik in Süddeutschland und die lokale Nähe zu haben, ist sinnvoll. Gleichzeitig hat mich – ganz privat – die Nähe zu den Bergen gelockt. Wir haben ein sehr junges Team, ich bin mit 37 Jahren der Älteste. Das generationsübergreifende Arbeiten im gesamten Team befruchtet. Die jüngere profitiert von der älteren Generation und ihrem Know-how und kann darauf zurückgreifen.
Andreas Kirchner: Unsere Frankfurter Niederlassung ist erst vier Wochen alt, wir können also noch nicht einmal sprechen und laufen (schmunzelt). Ich habe durch meine Arbeit für dpd viele Jahre lang auf der anderen Seite des Schreibtisches gesessen, mit Bockermann Fritze plan4buildING jahrelang zusammengearbeitet und bin nach Stationen in Hessen und Bayern – meine Wiege stand übrigens im Raum Enger – vor zehn Jahren im Frankfurter Raum gelandet. Frankfurt ist – durch den Flughafen, der auch der größte Arbeitgeber der Region ist – eine dynamische logistische Drehscheibe. Darin sehe ich auch großes Potenzial für Bockermann Fritze plan4buildING. Das ist superspannend. Ich bin froh, in einem jungen Team gelandet zu sein. Mit meinen 55 Jahren zähle ich ja zu den Älteren.

Marco Nesemeier: Als Kompetenzteamleiter bin ich Ansprechpartner für die Bauüberwachung und entwickle gemeinsam neue Kompetenzbereiche. Daher unterstütze ich die Standortentwicklung der Niederlassungen in Frankfurt und München, übernehme aber auch die Projektsteuerung. Das heißt: Ich schiebe quasi an und räume später auf. Gegenüber dem Generalunternehmer bin ich vom Bauherrn über alle Schritte hinweg bevollmächtigt, die Baubetreuung zu übernehmen. Uns geht es darum, die Bauherren frühzeitig abzuholen und sie über die gesamte Projektlaufzeit zu unterstützen. In der Praxis bedeutet das: Wir suchen für unsere Kunden Grundstücke, machen sie kaufbar, bewerten und bebauen diese. Für einen unserer Kurier-Express-Dienstleister haben wir zum Beispiel ein 60.000 Quadratmeter großes Grundstück in zentraler Lage in Kassel gesucht und gefunden. Aktuell stecken wir nahe Oberhausen in der Ankaufphase für ein weiteres großes Projekt und sind an vielen ähnlichen Projekten beteiligt. Zurzeit arbeiten zwei Leute aus meinem Team auch in München. Wir stehen im engen Austausch, fachlich von mir und örtlich durch Jonas Struck betreut.

Jonas Struck: Unsere Planungsleistungen erbringen wir bundesweit. Die Baustellen in der Umgebung müssen eng betreut, begleitet und geprüft werden. Die beiden Bauüberwacher aus Marco Nesemeiers Team sind daher bei uns gut aufgehoben. Dezentrales Arbeiten ist bei uns schon länger verortet. Und so kümmern wir uns von München aus um die Projekte im Süden. Auch wenn manche dieser Projekte vielleicht ihre Wurzeln am Stammsitz in Enger haben. Und auch remote zu arbeiten, ist innerhalb der Bockermann Fritze Gruppe nicht erst seit der Pandemie ein Thema.
Martin Pollpeter: Wir hatten nie Pläne für eine Expansion. Es gab keine Vorgaben von Seiten der Geschäftsführung, wir gehen einfach mit der Marktsituation und handeln vorauseilend und vorausschauend und sehen die Entwicklungen unserer Niederlassungen perspektivisch. Daher könnte es sich irgendwann durchaus anbieten, in Berlin eine Niederlassung zu gründen. Allerdings nicht nur aus strategischen Gründen. Es stecken auch persönliche Geschichten dahinter, so wie bei Jonas Struck und Andreas Kirchner. Heute beschäftigt Bockermann Fritze plan4build- ING übrigens 57 Mitarbeitende und ist mit einer Frauenquote von 54 Prozent gut aufgestellt. Wir sind übrigens innerhalb von fünf Jahren von 12 auf 57 Mitarbeitende angewachsen. Auch dadurch hat sich unsere Marktaktivität erweitert und es sind neue Geschäftsfelder hinzugekommen. Kunden, Kompetenzen und Visionen – nur so wachsen wir. Auch über uns hinaus.

Ist ein entscheidender Motor ein
ausgeprägter Teamgeist?

Martin Pollpeter: Ja, auf jeden Fall. Wir entwickeln gemeinsam Ideen. Und zwar über alle Generationen hinweg – denn es geht um die Erfahrungen, über die jeder Einzelne verfügt und die jeder einbringt.

Marco Nesemeier: Genau! Als Ingenieure zeichnen wir uns durch eine gewisse Herangehensweise aus: Wir wollen Zusammenhänge verstehen, suchen Lösungen und fragen deshalb genau nach. Ein entscheidender Wesenszug ist, Dinge in ihrer Tiefe zu durchdringen. Auch, um Wissen und Informationen präzise weitergeben zu können.

Martin Pollpeter: Uns verbindet aber nicht nur die Suche nach Lösungen. Wir gehen einen Schritt weiter. Denn es geht nicht um das Abarbeiten von Aufgabenstellungen. Wir setzen einen Schritt früher an und suchen nach Problemen, um dann Lösungen zu entwickeln. Das unterscheidet uns.

Andreas Kirchner: Unser aller DNA ist ähnlich. Als Ingenieure gleichen wir uns naturgemäß in der Art und Weise, wie wir an Aufgabenstellungen herangehen: logisch und lösungsorientiert. Nach der Devise: „Verstehen, Planen, Umsetzen“. Wir haben gelernt, tief in Details vorzudringen. Ich bringe durch meine frühere Berufstätigkeit auf der anderen Seite des Schreibtisches auch eine neue Sichtweise mit und ein. Und zwar aus der Kundenperspektive. Ich weiß, wie Aufgabenstellungen entstehen. Ingenieure sind die verlängerte Werkbank zur Problemlösung und es ist interessant, die Sichtweise der Auftragnehmer einzunehmen und zu verstehen. Lösungen zu liefern, ist natürlich das, was wir in Symbiose gut können. Weiter vorn mit einzusteigen, um Lösungen zu realisieren, ist für die nächste Dekade wichtig.


ANDREAS KIRCHNER
Kompetenzleiter und Verantwortlicher der
Niederlassung Frankfurt am Main

Da geht es auch um mehr Nachhaltigkeit?


Jonas Struck: Das Generalplanungsgeschäft nimmt auch unter diesem Aspekt Fahrt auf. Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Die Frage ist natürlich auch, wie die nächste Generation Logistik denkt. Sie ist im Spannungsfeld von Individualität im Einklang mit Nachhaltigkeit zu sehen. Eine konkrete Fragestellung, die sich daraus ergibt, lautet: Wie muss ich Warenströme optimieren, damit sie nachhaltig werden.

Andreas Kirchner: Den Begriff „Nachhaltigkeit“ könnten wir noch präzisieren. Es geht um eine Effizienzsteigerung der Logistikprozesse. Sind sie nachhaltig, ist damit nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg verbunden, sondern das impliziert auch den guten Umgang mit Ressourcen.

Martin Pollpeter: Logistikgebäude sorgen zwar per se für eine große Versiegelung von Flächen, aber auch diesen Aspekt sollte man differenzierter betrachten. Denn ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen sind keineswegs unproblematisch. Auch hier trifft der Regen nicht auf eine natürliche Fläche. Eine Folge daraus sind urbane Sturzfluten. Heute wird nach einer Bebauung die versiegelte Fläche erfasst und durch Regenwasserrückhaltebecken, in denen das Regenwasser aufbereitet wird, gelangt es gedrosselt wieder in die Gewässer zurück. Das ist gut für die Gewässerstrukturen, die unter urbanen Sturzfluten leiden. Ein zweiter, wesentlicher Aspekt betrifft die Dachflächen- und Fassadenbegrünung zur besseren Flächenverdunstung. Das Thema wird sich in der nächsten Gebäudegeneration noch deutlicher abbilden. Ableiten, versickern, verdunsten – dieses Verhältnis muss als Ganzes betrachtet und gestärkt werden. Ein dritter Punkt ist der Energiewandel. Großflächige Photovoltaik lässt sich heute im Einklang mit Dachbegrünung realisieren. Die Verdunstungs- und Energiebeschaffungsfläche ist ökologisch interessant. Auch in der Logistik muss man dies verstehen. Die Großflächigkeit muss man als Chance sehen, sich dabei möglichst dicht am natürlichen Wasserkreislauf orientieren und Standorte naturnah entwickeln.

Marco Nesemeier: Jede Generation hat durch ihre eigenen Hintergründe einen unterschiedlichen Erfahrungshorizont.

Jonas Struck: Das stimmt. Die Frage, in welcher digitalen Generation man aufgewachsen ist, spiegelt sich auch in den Arbeitsmitteln und -methoden. Die kurze Bierdeckelrechnung oder schnelle Skizze ist eher typisch für die ältere Ingenieurgeneration. Kompetenzen zusammenzubringen, Erfahrungen und Sichtweisen einfließen zu lassen – das macht uns gemeinsam stark.

Foto: © Nadine Wuchenauer