Schiff ahoi!
Leinen los!

Es ist bereits eine liebgewonnene Tradition: Immer am ersten Wochenende im September heißt es bei Bockermann Fritze „Wir halten Kurs!“. 38 begeisterte Seglerinnen und Segler – und solche, die es noch werden wollen –, die sich auf den Weg nach Fehmarn machen. Fünf Schiffe stehen dort für das Abenteuer Ostsee bereit. Die Sonne lacht, der Wind ist gut – beste Bedingungen für die firmeninternen Skipper und die mitsegelnde Belegschaft. Wir werfen einen Blick in die geheimen Logbücher.

Freitag, 02. September 2022.

10:00 Uhr.

Die Autos werden in Enger beladen. Die Smutjes haben für ausreichend Proviant und Kaltgetränke für die gesamten drei Tage gesorgt. Die Fahrzeuge sind bis zur Decke bepackt. Unser Ziel: der Yachthafen Burgtiefe auf der Ostseeinsel Fehmarn. Während der vierstündigen Autofahrt werden minutenweise die Standorte der anderen Fahrgemeinschaften in der gemeinsamen WhatsApp-Gruppe überwacht. Jeder will als Erster am Zielort eintreffen. Im Hafen stehen die fünf Boote bereit: Die Kojen werden bezogen, die Küchen bestückt und die BF-Flaggen gehisst. 

17:20 Uhr.

Leinen los. Die Crew spielt sich ein, übt das Wenden und Halsen. Der Wind frischt auf, 20 Knoten stehen auf der Uhr. Jetzt heißt es reffen ‒ die Segelfläche muss verkleinert werden. Trotzdem schießen wir mit 9 Knoten Fahrt durchs Wasser in Richtung Abendsonne. Abenteuerliche Durchfahrt unter der Fehmarnsundbrücke. Höhe Mast: 21,5 Meter, Höhe Fehmarnsundbrücke: 23 Meter; durch den anhaltenden Ostwind der letzten Tage jetzt noch etwas weniger. Das sah schon knapp aus. Anfahrt auf Orth auf Fehmarn bei beginnendem Sonnenuntergang. Die Besatzung der Beneteau First 44.7 R.E.D. trifft als erste im Hafen ein. Die Korken knallen. Mit dem traditionellen Anlegesekt wird auf ein ereignisreiches Wochenende angestoßen. Die von den Smutjes nächtlich und frühmorgendlich vorbereitete Lasagne wird finalisiert. Für die Fahrt wurde die warme Lasagne mit den Packs aus den Getränkekühlern runtergekühlt. Beschluss: Im nächsten Jahr wird es Eiswürfel aus Rotwein zum Kühlen geben. Fröhlicher Ausklang im Salon.  

Samstag, 03. September 2022.

Ausgiebiges Frühstück mit Rührei und weiteren Leckereien. Brauchen die Stärkung für den herausfordernden Törn nach Nakskov in Dänemark. 

11:00 Uhr.

Abfahrt. Perfektes Segelwetter, genügend Wind, strahlend blauer Himmel: Der Wettkampf kann beginnen. Es wurde nie ausgesprochen, aber das Ziel, am schnellsten im Hafen zu sein, ist immer gegenwärtig. Die etwa sechsstündige Tour führt quer durch den Fehmarnbelt und vorbei an der Insel Langeland in den großen Belt bis zum Nakskov Fjord, der geradewegs zu der Hafenstadt im Landesinneren von Lolland führt. Die Sea Force One fährt den Etappensieg ein. Abkühlung in Form von Bier und Sekt oder einem Sprung ins Meer in voller Montur. Fazit: Das Wasser ist wärmer als gedacht. Vorbereiten der Salate. Grillabend mit Würstchen, Hähnchen und leckerem Rinderfilet. Ein schöner, lauwarmer Sommerabend, Party an Deck. Richten kurzerhand eine Tanzfläche auf dem Vorschiff ein.

03:30 Uhr.

Ende der Party für den harten Kern, andere Quellen sprechen von 04:00 Uhr.

Sonntag, 04. September 2022.

Klar Schiff machen: Die letzten Reste von der Party am Vorabend beseitigen. Auch das Deck muss ordentlich geschrubbt werden. Die Party war offensichtlich erfolgreich.
Gemeinsames Frühstück, Leinen los und Segel setzen.

11:00 Uhr.

Zunächst entspannt im Nakskov-Fjord, dann durch den Kurs am Wind mit deutlicher Schräglage. Ausfall eines Crew-Mitgliedes (das war wohl ein Bier zu viel am Vorabend). Die Zubereitung des Mittagessens an Bord stellt durch die Krängung eine besondere Herausforderung für die Smutjes dar, die allerdings (überwiegend) gut gemeistert wird. Das Zusammenspiel der Besatzungen bei unruhigem Wellengang und kräftig Strom von vorne funktioniert auch bei der Durchquerung der Fehmarnsundbrücke richtig gut. Nach acht Stunden auf See: Land in Sicht. Perfektes Anlegemanöver. Ein Crew-Mitglied muss noch mit dem Bootsmannstuhl zur Mastspitze, eine verlorengegangene Leine neu einfädeln. Grandioser Ausblick von oben. Entladen der Schiffe.
 

19:30 Uhr.

Abfahrt Richtung Enger

22:30 Uhr.

Ankunft. Fazit: Ein traumhaftes und ereignisreiches Wochenende geht zu Ende. Manche brauchen am nächsten Tag Urlaub. Schade, dass es nur 3 Tage waren, aber wir kommen wieder – keine Frage.