Seit Lutz Striehn, Oberbauleiter bei Bockermann Fritze DesignHaus, als Fünfjähriger in einen Pool gefallen ist, ist er
eigentlich nicht mehr aus dem Wasser herausgekommen. Nach der Schrecksekunde im Urlaub in Spanien stand
fest: Der Junge muss richtig schwimmen lernen. Und das tat Lutz Striehn mit Begeisterung. Die Leidenschaft für
Sportarten rund ums Wasser ist seither ungebrochen: Schwimmen, Wasserball, Windsurfen und ganz aktuell Kitesurfen.
Autorin: Eike Birck
Seine ersten Wettkämpfe schwamm der heutige Diplom-Ingenieur im Alter von sechs Jahren und wurde später auch Westdeutscher Meister und Vizemeister. „Das war eine tolle Zeit. Ich wurde zu Lehrgängen vom Deutschen Schwimm-Verband eingeladen und lernte viele Sporttreibende kennen, die später an Olympischen Spielen teilnahmen“, stellt er rückblickend fest. Bei der Westdeutschen Meisterschaft 1977 gewann er nicht nur den Titel, sondern stellte in seiner Disziplin 200 Meter Rücken einen Rekord auf, den er auf Bezirksebene sage und schreibe 40 Jahre hielt. Das alles geht nur, wenn man diszipliniert trainiert. Drei bis vier Mal in der Woche, aber der Spaß dabei stand eindeutig im Vordergrund. „Bei einem Lehrgang, da war ich etwa zwölf Jahre alt, sind wir in fünf Tagen 53 Kilometer geschwommen. Das ist, als würde man jeden Tag einen Marathon laufen“, lacht der sympathische Wassersportler, der seit 22 Jahren bei Bockermann Fritze tätig ist.
In der Jugend rückte Wasserball stärker in seinen Fokus. „Ich mag sowohl den Einzel- als auch den Mannschaftssport. Beim Schwimmen ist man allein im Becken und kann sich nicht, wenn man mal einen schlechten Tag hat, hinter dem Team verstecken. Wenn man Erfolg hat, ist es auch schön zu wissen, dass man es allein geschafft hat. Aber es ist auch ein tolles Gefühl, wenn man zusammen mit der Mannschaft gewinnt.“ Beim Wasserball geht es schon richtig zur Sache, da muss die Grundphysis stimmen. 35 Jahre war Lutz Striehn am Ball, mit 50 Jahren absolvierte er sein letztes Spiel.
Neben Schwimmverein und Wasserball entdeckte Lutz Striehn schon als Heranwachsender seine Passion für das Windsurfen. „Das ist ein freier Sport in der Natur, allein mit Wind und Wellen.
Das ist ein Lebensgefühl: unbeschreiblich, wenn man die Welle richtig erwischt und eins wird mit den Naturgewalten. Das kann man niemandem erklären, der das nicht selbst erlebt hat.“ Lutz Striehn wurde Teil der globalen Surf-Community, jobbte als Surflehrer und bereiste die Spots der Welt, an denen Wind und Wellen passen. Erst in Europa und dann in Übersee. In Kapstadt – Heimat des Weißen Hais – sah er sich eines Tages mit vier, fünf herannahenden Flossen konfrontiert. „Der Wind war mau und das Board trug mich deshalb nicht. Da hatte ich richtig Panik, bis ich erkannte, dass es bloß Del-fine waren.“ Und selbstverständlich zog es ihn auch nach Hawaii – das Eldorado der Surfer. „Wir hatten nur eine Telefonnummer, die ich von einem anderen Surfer bekommen hatte, Internet gab es seinerzeit noch nicht. Da habe ich angerufen, ob ein Appartement frei wäre, und dann ging es los. Die Hawaiianer haben uns mit ihrem rostigen Pick-up abgeholt und zur Unterkunft gefahren. Die weitesten Urlaube habe ich mit wenig Geld finanzieren können.“ Auf Sylt ritt Lutz Striehn gemeinsam mit dem mehrmaligen Weltmeister Robby Naish eine Welle ab. Schon cool.
Aber auch gefrorenem Wasser kann Lutz Striehn nicht widerstehen. Durch Surffreunde kam er zum Snowboarden. „Das ist wie Wellenreiten im Tiefschnee.“ Gemeinsam mit seiner sportbegeisterten Familie fährt er jedes Jahr auch in den Winterurlaub. „Meine Kinder sind 19 und 21 und teilen die Leidenschaft meiner Frau für Handball. Für Wassersport konnte ich sie zunächst nicht begeistern, bis wir auf Fehmarn auf Kitesurfer stießen. „Mein Sohn und ich haben gemeinsam einen Kurs gemacht“, erinnert sich der 55-Jährige, „und ich habe gesagt, das mache ich jetzt so lange, bis ich es richtig kann, sonst gehe ich wieder surfen.“ Und es hat ihn gepackt. „Ich hätte nicht gedacht, dass mich mit Ende 40 eine Sportart noch mal so begeistern kann. Darauf freue ich mich wie ein Kind auf Weihnachten.“ Auf Teneriffa und besonders auf Fuerteventura herrschen fürs Kiten in Europa perfekte Bedingungen, was Wind und Wellen anbelangt. Für einen kürzeren Ausflug ist das niederländische Wijk aan Zee optimal. „Wenn die Wettervorhersage fürs Wochenende gut ist, werde ich kribbelig“, schmunzelt der passionierte Wassersportler. „Dann muss ich einfach los.“